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Viel ist nicht immer gut: Fakten zur Eiweiß-Zufuhr im Kleinkinder-Alter

Infografik: Eiweiß für Kleinkinder

Eiweiß ist ein unabdingbarer Baustein für unseren Körper. Für gesundes Wachstum ebenso wie für ein funktionierendes Immunsystem und die Balance der Hormone. Auch Kleinkinder benötigen ein gewisses Maß an Proteinen, damit sie gut gewappnet sind für die herausfordernde Wachstums- und Entwicklungsphase im zweiten und dritten Lebensjahr. Und eiweißhaltige Nahrungsmittel stehen bei Kindern meist hoch im Kurs: Milch und Eier gehören zum festen Speiseplan in vielen Familien, auch Fleisch und Wurst wird oft und viel verzehrt. An ausreichend Eiweiß mangelt es also in der Regel nicht. Vielmehr stellt sich die Frage: Was geschieht, wenn Kinder zu eiweißreich essen?

DONALD-Studie: Kleinkinder essen zu viel Eiweiß

Studien zur Kleinkindernährung wie die DONALD-Studie kommen hier zu recht eindeutigen Ergebnissen: Ein konstantes Zuviel an Eiweiß im Kleinkindalter kann zu einem erhöhtem BMI und Fettanteil im Grundschulalter führen. Das bedeutet: Nicht nur ein Übermaß an Zucker und Fett kann dick machen, sondern auch zu viel Eiweiß.

Und die Studien ergaben auch: Kinder in Deutschland trinken oftmals zu viel Milch und essen zu viele Milchprodukte, Fleisch und Wurst. Obst und Gemüse sowie Kohlenhydrate in Form von Vollkorn-Produkten kommen ebenso wie Fisch zu wenig auf den Tisch. Auch getrunken wird zu wenig – viel weniger als die empfohlenen sechs Trinkportionen am Tag und dann auch oftmals noch die falschen Getränke – Limonaden und andere gesüßte Getränke statt Wasser, Tee oder Saftschorle.

Ein heikles Thema, dem man als Eltern gegenübersteht, denn Milch wie Kuhmilch oder Kindermilch sowie Milchprodukte gehören wie Fleisch und Wurst für viele Familien zur täglichen Kost. „Weniger davon zu essen bedeutet natürlich nicht, diese Nahrungsmittel komplett zu streichen“, sagt der Kölner Ernährungsexperte Nicolas Ting. Denn neben Eiweiß enthalten sie noch viele weitere Nährstoffe, die wichtig für Wachstum und Entwicklung sind. B-Vitamine und Kalzium beispielsweise.

Auf das richtige Maß achten

Das Maß macht wie so oft die Musik: Als Richtlinie werden für Kleinkinder bis zum 3. Geburtstag pro Tag 300 bis 330 ml Milch empfohlen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass diese Menge reduziert werden sollte, wenn zusätzlich auch viele Milchprodukte gegessen werden. So entsprechen 30g Weichkäse oder 15g Schnittkäse jeweils 100 ml Milch. Auch Quark, Joghurt und Frischkäse schrauben die Bilanz nach oben.

Was also tun? Hat man dann den Eindruck, der Speiseplan der kleinen Familienmitglieder ist zu eiweißlastig, kann man gegensteuern: Vor allem die Portionen an Gemüse erhöhen (Obst wird meist ausreichend verzehrt). Die Milchmenge sowie den Verzehr von Milchprodukten auf die empfohlenen Mengen reduzieren. Auch Wurst sollte man etwas sparsamer auf den Tisch bringen. Fisch hingegen darf es ruhig öfter mal geben, denn er beliefert den Körper mit wichtigem Jod und Omega3-Fettsäuren. Hülsenfrüchte sind ebenfalls proteinreich, sollten aber in der Kleinkindernährung nicht fehlen – keine Angst vor Blähungen! Die meisten Kinder vertragen Erben, Linsen und Co sehr gut. Die einfache Faustformel lautet: Abwechslung in den Speiseplan bringen. 

Kindermilch als Alternative

Eine Alternative stellt zudem Kindermilch dar. Sie ist eine speziell auf die Bedürfnisse von Kleinkindern im 2. und 3. Lebensjahr angepasste Milch mit altersgerechter Rezeptur für genau diese Lebensphase. Unter anderem ist ihr Eiweißgehalt reduziert, was im Rahmen einer Diskussion um eine Eiweiß-Reduktion in der Ernährung ein wichtiger Faktor sein kann. Daneben punktet sie mit zusätzlichem Vitamin D, Kalzium, Jod, Kalzium und einer verbesserten Fettqualität. Sie ist einsetzbar wie jede andere Milch und schmeckt auch im Müsli oder mit pürierten Früchten als Obstmilch (siehe dazu unser Artikel zum Thema Frühstück). 

Unsere Checkliste zum Thema Eiweiß

Wer auf das richtige Maß achtet und seinen Speiseplan ausgewogen gestaltet, ist auf dem richtigen Weg. Grundsätzlich ist es durchaus ratsam, einmal einen Blick auf gängige Ernährungspyramiden und Empfehlungen zu werfen und seine tägliche Kost ab und an einem kritischen Blick zu unterziehen. Denn auch für Erwachsene gilt: Ein Zuviel ist oftmals nicht gut. Und die Eltern bestimmen mit ihrer Vorbildfunktion maßgeblich die Essgewohnheiten ihrer Kinder.

Als Anhaltpunkt und kleine Hilfestellung, um die persönliche tägliche Eiweiß-Zufuhr zu checken, haben wir eine Grafik zu Thema Eiweiß und Kleinkinder entwickelt. Hier findet ihr die wichtigsten Eiweißlieferanten, die empfohlenen täglichen Mengen sowie Möglichkeiten zur Eiweiß-Reduktion in einer handlichen Übersicht.

Gerne könnt ihr die Infografik verwenden, um sie weiter zu teilen. Fügt dazu einfach folgenden Code auf eurer Webseite ein:

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Eiweiß-Zufuhr Kleinkinder

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