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Übergang von Beikost zur Familienkost: Das ist jetzt wichtig

Foto Kirstin Gründler | Adobe Stock

Eben gab es noch Brei, jetzt sitzt das Kind am Tisch und isst das, was auf dem Tisch steht – Familienkost eben. Was sich so einfach anhört, kann eine Herausforderung sein. Für Eltern und Baby. Unser Leitfaden hilft euch, auch diese Phase gut zu meistern. 

Keine Frage: Das erste Jahr mit Baby ist aufregend. Ständig passiert Neues, ständig müssen sich Baby und Eltern auf Neues einstellen. Das gilt auch für die Ernährung. Eine besonders einschneidende Veränderung im Essverhalten ist  der Übergang zur Phase der Familienkost.

Bisher gab es Beikost in Form von Brei, vielleicht habt ihr auch schon stückigeres Essen in Form von Baby-led Weaning eingebaut. Gleichzeitig habt ihr weitergestillt oder eurem Kind alternativ Säuglingsmilch gegeben. Jetzt geht es an die nächste Stufe: Mitessen am Familientisch. Und damit das alles glattläuft, haben wir hier eine Reihe von Tipps für dich zusammengestellt.

Dos und Don’ts beim Start in die Familienkost

Ab dem zehnten Lebensmonat ist es soweit: Die Phase der reinen Beikost geht langsam in die Phase der Familienkost über. Mit den Tipps unseres Ernährungsexperten Nicolas kannst du diese Umstellung ganz entspannt angehen.

DOS: DAS KANNST DU GERNE EINBAUEN

  • Das Wichtigste zuerst: Einfach ausprobieren, was klappt und was nicht. Entspannt bleiben!
  • Die Essenszeiten orientieren sich nun an denen der restlichen Familie – 3 Hauptmahlzeiten und 1 bis 2 Zwischenmahlzeiten. Hunger zwischendurch ist okay, den darf dein Baby nun auch spüren. Versuche, langsam einen Rhythmus und damit eine verlässliche Struktur für dein Kind zu entwickeln.
  • Führe neue Lebensmittel behutsam ein. Stelle zum Beispiel alles einzeln auf den Tisch, jeder darf sich bedienen. Dein Baby entscheidet, was es sich nimmt – das heißt: Du bestimmst das Angebot, das Kind was es sich davon nimmt und wie viel.
  • Du kannst gerne Fingerfood anbieten, dein Baby muss noch nicht alles mit Besteck machen (wird eh nicht klappen), zum Beispiel Gemüse in Streifen, Rührei in Stückchen, Tofu in Streifen, Käse in Streifen …
  • Mische gerne alles bunt: Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, etwas Schinken oder mageres Fleisch.
  • Gekochte Kost und Rohkost dürfen gemeinsam auf den Teller, halb-halb ist eine gute Mischung.
  • Biete immer ein Glas Wasser zu den Hauptmahlzeiten an (Tipps zum Trinken aus dem Glas findest du in unserem Artikel zum Thema Glas oder Becher LINK)
  • Wenn mal ein Lebensmittel verweigert wird – kein Problem. Biete es einfach wieder an. Kinder müssen bis zu siebenmal Kontakt zu einem für sie unbekannten Lebensmittel haben, bevor es akzeptiert wird.
  • Du kannst dein Kind nun auch schon in einfache Arbeitsprozesse einbinden. Lass es einfach zuschauen, was du in der Küche machst. So bekommt es ein Gefühl für Lebensmittel und ihre Zubereitung.
  • Auch dafür ist es nun Zeit: Erste Regeln am Tisch. Natürlich wird es zu Beginn alles noch etwas chaotisch sein. Aber dein Baby wird sich langsam an die Strukturen am Familientisch gewöhnen und genau darum geht es.
  • Immer dran denken: Essen ist gemeinsame Zeit, die ihr gerne bewusst genießen dürft. Ihr als Eltern seid Vorbilder, an denen sich eure Kinder orientieren.

DON’TS: DAS SOLLTEST DU VERMEIDEN

  • Zu starkes und scharfes Würzen ist bei kleinen Mitessenden nicht ratsam. Nimm gerne erst mal Kräuter zum Würzen und dann erst Salz und Pfeffer. Erwachsene können nachwürzen.
  • Auch stark verarbeitete Produkte sollten nicht auf den Tisch kommen.
  • Versuche, nicht in „Kinderkost“- und „Erwachsenenkost“-Schubladen zu denken – ihr esst jetzt alle zusammen und es ist wichtig, eine gute Ess-Beziehung miteinander aufzubauen.
  • Bitte nicht den Teller aufessen lassen, wenn dein Kind schon satt ist – es hat sehr feine Sensoren dafür, wenn es genug hat.
  • Nicht zu viele Zwischenmahlzeiten einschieben, Pausen beim Essen sind wichtig. (mehr zum Thema findest du in unserer Antwort auf diese Eltern- und Leserfrage)
  • Im Gehen oder beim Spielen zu essen, solltet ihr ebenfalls vermeiden.
  • Auch als Trost oder Belohnung ist Essen nicht geeignet.
  • Handy am Tisch? Lieber nicht. Denn, wie oben gesagt: Eltern sind Vorbilder auf ganzer Linie. Also Telefon lieber wegpacken und auch sonst Ablenkungen jeglicher Art minimieren.

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