Ernährung Ratgeber

6 Dinge über Baby-led Weaning, die du wissen solltest

Baby led-Weaning

Baby-led Weaning ist eines DER großen Themen im Bereich Babyernährung der letzten Jahre. Und der Trend, sein Baby schon mit wenigen Monaten selbst entscheiden zu lassen, was es zu sich nimmt, ist heiß diskutiert. Wir haben für euch die wichtigsten Fakten über diese Art der Babyernährung zusammengestellt.

Baby-led Weaning ist ein Weg zur Einführung in die Familienkost

Mit etwa 8 Monaten sind Babys soweit, dass sie langsam anfangen können, am „großen“ Tisch mitzuessen. Das, was die anderen Familienmitglieder essen, nennt sich Familienkost. Und der Übergang zu festem Essen ist eine unheimlich wichtige Phase, denn jetzt werden die Weichen für das zukünftige Essverhalten gestellt. Es ist also nicht ganz unerheblich, was alles auf den Tisch kommt. Das Ganze geschieht natürlich in vielen kleinen Schritten.

Hier mal ein Biss in das Gemüse, dort eine Nudel – so lernen die Kleinkinder langsam aber stetig, sich das neue Essen zu erschließen. Der Übergang vom Brei, den die meisten vorher bekommen haben, ist fließend. Baby-led Weaning setzt genau da an: Die Breiphase wird übersprungen, die Babys bekommen sofort festere Nahrung. Und suchen sich, wenn man die strenge Variante befolgt, auch selbst aus, ob sie heute Avocado oder doch lieber Kartoffeln wollen.

Baby-led Weaning ersetzt die Breiphase

Das ist einer der höchst umstrittenen Punkte. Denn bei Baby-led Weaning in der puren Form würde man dem Baby tatsächlich keinen Brei geben und nach dem Vollzeit-Stillen sofort mit fester Nahrung beginnen, die meist als Fingerfood gereicht wird. Ernährungswissenschaftler und Kinderärzte weisen darauf hin, dass dieses Konzept nicht für Kinder mit gerade einmal 6 Monaten geeignet ist und man davon Abstand nehmen sollte – auch unsere Experten sind sich in dem Punkt einig.

Vielmehr wird es aber meist ohnehin so sein, dass Baby-led Weaning parallel zur herkömmlichen Beikost und dem weiteren Stillen eingeführt wird.

Baby-led Weaning zeigt dem Baby die Lebensmittel in ihrer natürlichen Form

Ein wichtiger Punkt im Konzept. Lebensmittel sollen so wenig wie möglich verarbeitet sein, so dass die Babys einen realen Bezug zum Essen und den unterschiedlichen Geschmäckern und Konsistenzen bekommen. Es ist jedoch unabdingbar, dass die Eltern darauf achten, dass das Essen auch im Magen des Kindes landet – und dass nicht nur damit gespielt und gemanscht wird. Um das altbekannte Füttern, das man auch vom Brei kennt, kommt also ohnehin niemand herum.

Eine frühe Förderung von Kaumuskulatur und Motorik ist wichtig.

Bekommen Kinder Brei, macht man es ihnen sehr einfach, das Ganze zu essen und zu schlucken. Die Fans von Baby-led Weaning meinen: zu einfach. Und daran liegt etwas sehr Wahres: Denn eine frühe Förderung des Kauens und der Motorik ist wichtig.

Sprich: Babys, die ihr Essen zerkauen und danach greifen müssen trainieren diese Fähigkeiten einfach mal so nebenbei. Das Ganze erreicht man aber auch, wenn man ab einem gewissen Alter (etwa 8 Monate) beginnt, das Baby langsam in die Familienkost zu integrieren, denn auch hier bekommen sie nach und nach stückigere Kost – und sie werden auch danach verlangen, wenn sie sehen, was die anderen auf dem Teller haben, insbesondere wenn ältere Geschwister mit am Tisch sitzen. Denn denen eifert man einfach immer gerne nach.

Fingerfood können schon Babys bekommen

Es ist der Kernansatz von Baby-led Weaning: Die Babys nehmen sich selbst, was auf dem Teller liegt. Dabei benutzen sie in der Regel die Finger. Aber auch abseits von strengem Baby-led Weaning ist Fingerfood ein wichtiges Thema. Generell wird es ab einem Alter von 10 Monaten empfohlen, man aber bereits ab etwa 7 Monaten mit sanft gedämpftem Gemüse starten. Auch Vollkornnudeln sind eine Leibspeise für viele Babys.

Gedämpftes Obst wie Äpfel und Birnen schmeckt kleinen Essern ebenfalls. Die klassischen Baby-Snacks zum Kaufen wie Getreidestangen eignen sich am dem 10. Monat. Ideal sind sie mit einem Dip, beispielsweise aus püriertem Obst (wenn es schnell gehen soll oder für unterwegs eignen sich auch ein gekauftes Fruchtpüree, die sogenannten „Quetschies“).

Schwarz oder weiß gibt es nicht

Bei aller Kritik: Der Ansatz von Baby-led Weaning enthält viel Wahres und Sinnvolles. Schlecht ist immer nur der radikale Weg – ganz oder gar nicht bringt keinem etwas, am allerwenigsten den Babys. Sieht man genau hin, bieten die Ideen, die Baby-led Weaning beinhaltet, eine tolle Ergänzung für den Speiseplan der Babyernährung. Denn sich dogmatisch an Brei-Fahrpläne zu achten, während das Baby schon nach dem Butterbrot auf dem Teller der Mama lechzt, bringt auch nichts.

Unser Tipp: Augen auf und aufs sprichwörtliche Bauchgefühl hören. Als Eltern ist man heutzutage gefangen in der Lawine an Informationen, die einen täglich überrollt. Und jeder weiß immer alles besser. Daher: Aufs Kind achten und darauf, was es möchte.

Zu gegebenem Zeitpunkt mit der Beikost starten, immer wieder mal auch stockigere Kost einfließen lassen, dem Baby Varianten anbieten, es probieren und schmecken lassen. Ein entspannter Umgang mit Lebensmitteln und Essen kann Kindern nur gut tun.

Viele weitere Informationen findet ihr in unserem großen Experten-Interview zum Thema Baby-led Weaning. Auch Tipps zur Einführung in die Familienkost haben wir euch in einem Artikel zusammengestellt.

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