Ernährung

Der neue Nutri-Score: Das ist wichtig für Babys und Kleinkinder

Buntes Gemüse als Hinweis zum Nutri-Score

Seit Herbst 2020 können Lebensmittelhersteller in Deutschland freiwillig den sogenannten Nutri-Score verwenden. Das System wurde in Frankreich entwickelt und soll dazu beitragen, Lebensmittel anhand ihrer Zusammensetzung für den Verbraucher in Kategorien einzuordnen. Ihr erkennt den Nutri-Score an einem mehrfarbigen Aufdruck auf der Verpackung. Dieser zeigt in einer fünfstufigen, farbigen Skala die Zusammensetzung des Lebensmittels an. Und ihr fragt euch vielleicht: Wie nutze ich diese neue Information denn? Und was zeigt sie mir an?

So funktioniert der Nutri-Score

Nutri-Score Grafik mit Skala von A bis D

Der Nutriscore besteht aus einer fünfstufigen, farbigen Skala.

Der Nutri-Score ist in fünf Kategorien eingeteilt, die mit den Buchstaben A bis E farbig markiert sind. A ist dunkelgrün, E ist rot. So sieht man auf einen Blick: Aha, dieses Lebensmittel ist gut für mich. Und dieses sollte ich eher sparsam verwenden. Die Farbe Rot zeigt beispielsweise an, dass viel Fett und/oder Zucker enthalten ist. Tiefkühlgemüse wird also eher ein A erhalten, während Donuts mit Schokoglasur eher in Stufe E zu finden sind.

Der Vorteil für den Verbraucher: Man sieht auf einen Blick, bei welchen Lebensmitteln man direkt zugreifen kann. Und welche man einem kritischen zweiten Blick unterziehen sollte.

Nach welchen Kriterien wird bewertet?

Als Berechnungsgrundlage dient ein Algorithmus. Er berücksichtigt zum einen die Faktoren Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz als negative Komponenten. Der Gehalt an Protein, Ballaststoffen, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und ausgewählten Ölen gibt Positivpunkte. Das heißt: Lebensmittel, die viele gute Komponenten enthalten, werden positiver bewertet als andere mit vielen Komponenten, die als weniger gesundheitsfördernd eingestuft sind. So weit, so logisch.

Tragen auch Lebensmittel für Babys und Kleinkinder einen Nutri-Score?

Hier beginnt es komplizierter zu werden. Denn der Nutri-Score wurde für Lebensmittel des „allgemeinen Verzehrs“ entwickelt. Lebensmittel für bestimmte Zielgruppen wie Beikost für Babys oder Kindermilch für Kleinkinder passen aber nicht in dieses Raster.

Im Gegenteil: Babys und Kleinkinder haben andere Bedürfnisse und einen anderen Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Deshalb werden diese Lebensmittel durch besondere Richtlinien reguliert, die beispielsweise den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettgehalt genau vorgeben.

Der Nutri-Score kann hier also die Realität nicht richtig darstellen. Denn ein aus Sicht der Baby- und Kleinkindernährung gutes Lebensmittel hat vielleicht einen zu hohen Fettgehalt – eben weil diese Zielgruppe diese besondere Zusammensetzung braucht.

Bestes Beispiel ist die Muttermilch: Sie ist natürlich das Beste für Säuglinge, erhielte aber auf der Nutri-Score-Skala nur eine B-Bewertung, statt eine A-Bewertung.

Also Folge entstünde vermutlich eher Verwirrung als Information. Die Empfehlungen der Experten und Lebensmittelverbände gehen daher in die Richtung, diesen speziellen Bereich vom Nutri-Score auszuklammern. Bisher ist die Kennzeichnung übrigens keine Pflicht.

Was noch wichtig ist zu wissen

Der Nutri-Score zeigt euch nicht an, ob das Lebensmittel beispielsweise Bio oder besser schadstoffgeprüft ist. Dafür sind andere Kennzeichnungen und Richtlinien zuständig. Die Sicherheit von Baby- und Kleinkindnahrung wird beispielsweise über die Diätverordnung gewährleistet, die jeder Produzent dieser spezifischen Lebensmittel einhalten muss. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Artikel zum Thema Schadstoffe in der Baby- und Kleinkindnahrung.

Habt ihr Fragen? Wir sind gerne für euch da – schickt uns eine E-Mail oder kontaktiert uns auf Facebook oder Instagram! Wir werden eng an dem Thema Nutri-Score dran bleiben und regelmäßig über den aktuellen Stand berichten.

 

 

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