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Nutri-Score: So funktioniert das System im Alltag

Mutter und Kleinkind betrachten eine Karotte

Vielleicht hast du es schon bemerkt: Auf einer Reihe von Lebensmitteln ist nun eine mehrfarbige Skala aufgedruckt. Der sogenannte Nutri-Score kennzeichnet zusätzlich und als leicht verständliches Element den Nährwert der Produkte: Von A bis D und von Dunkelgrün bis Rot. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie wende ich diese Kennzeichnung an, wenn ich für Kinder koche? Auf was sollte ich achten? Wir klären hier die wichtigsten Fragen und geben Tipps, wie du den Nutri-Score für eine gesunde und ausgewogene Familienküche nutzen kannst.

Ist der Nutri-Score für Kinder geeignet?

In einem weiteren Artikel zu dem Thema haben wir bereits erklärt, warum der Nutri-Score auf bestimmten Produkten für Babys und Kleinkinder nicht angewendet wird. Das gilt für Lebensmittel, die für einen bestimmten Bedarf hergestellt werden, also beispielsweise Beikost oder Säuglingsanfangsnahrung. Hier wirst du auch in Zukunft die ampelfarbige Kennzeichnung des Nutri-Scores nicht finden.

Auf anderen Lebensmitteln des täglichen Gebrauchs aber schon. Auf Fertiggerichten beispielsweise oder auch auf Müslipackungen. Lebensmitteln, die natürlich auch Kleinkinder und Kinder konsumieren. Daher ist es sinnvoll, zu verstehen, wie der Nutri-Score funktioniert.

Was zeigt mir der Nutri-Score an?

Der Nutri-Score kennzeichnet die Nährwertqualität von verarbeiteten Lebensmitteln. Er soll es den Verbrauchern erleichtern, ernährungsphysiologisch vorteilhafte und unvorteilhafte Lebensmittel auf einen Blick voneinander zu unterscheiden. Das heißt konkret: Mit Hilfe des Nutri-Scores kannst du einfacher jene Lebensmittel herausfinden, die einen vergleichsweise günstigen Nährstoffgehalt haben. Also diejenigen, die besonders gesund und wertvoll für dich und deine Familie sind.

Dabei wird eine Gewichtung der Inhaltstoffe vorgenommen. Das Ergebnis zeigt eine Skala mittels eines Buchstabens und einer Farbe. Von A bis E und von Dunkelgrün bis Rot. Ein grünes A wäre dann also aus dem Gesichtspunkt einer guten und ausgewogenen Ernährung die bessere Wahl als ein rotes E.

Nutri-Score Grafik mit Skala von A bis D

Soll ich nun also nur noch Produkte essen, die grün gekennzeichnet sind?

Der Nutri-Score hilft dir, Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe sowie den Energiegehalt besser überblicken zu können. Natürlich darfst du auch nach wie vor Lebensmittel essen, die rot gekennzeichnet sind. Aber du hast eben auch den genauen Vergleich und kannst im Zweifelsfall ein Lebensmittel wählen, das in der Zusammensetzung der Nährwerte besser geeignet ist. Und die weniger günstigen Produkte kommen dann halt nur ab und zu auf den Tisch.

Wie wird der Nutri-Score genau berechnet?

Ausschlaggebend sind die Nähr- und Inhaltsstoffe der einzelnen Nahrungsmittel. Dazu zählen beispielsweise gesättigte Fette und Zucker, Ballaststoffe und Eiweiß. Wünschenswerte und weniger wünschenswerte Nährwertelemente werden miteinander verrechnet.

Und das geht so: Um die Lebensmittel zu bewerten bekommen diese für ihren Gehalt an Nähr- und Inhaltsstoffen Punkte zugewiesen. Bei der Berechnung werden zuerst die Gesamtpunkte der erwünschten (also der „guten“) Nähr- und Inhaltsstoffe ermittelt und dann von der Summe der unerwünschten (also der „schlechten“) Nähr- und Inhaltsstoffen abgezogen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Drei Inhaltstoffe repräsentieren den grünen Bereich: Ballaststoffe, Eiweiß und einen Block der den prozentualen Gehalt an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüssen sowie ausgewählten Ölen zusammenfasst. Hier gibt es maximal 5 Punkte pro Inhaltsstoff. Also insgesamt maximal 15 Punkte.

Zucker, gesättigte Fettsäuren, Salz (in Form von Natrium) sowie der Energiegehalt (z. B. Kalorien) repräsentieren die vier Inhaltsstoffe des roten Bereichs: Hier gibt es maximal 10 Punkte pro Inhaltsstoff. Also insgesamt maximal 40 Punkte.

Nun werden die grünen Punkte von den roten abgezogen und der Endwert ergibt die Position für die Einordnung. Liegt diese im Minusbereich (also mehr „gute“ Nähr- und Inhaltsstoffe), erhält das Lebensmittel eine A-Bewertung in Dunkelgrün. Eine hellgrüne B gibt es von 0-2 Punkten, eine gelbe C von 3-10 Punkten, eine D in  Orange von 11 bis 18 Punkten und die rote E-Kennzeichnung wird für 19 bis 40 Punkte auf dem Gesamtkonto vergeben.

MEHR INFO: In diesem Artikel zur Nährwertkennzeichung findest du die genaue Berechnung mittels einer Grafik erklärt.

Was ist mit Getränken?

Für Getränke gibt es nochmals eine eigene Berechnung auf Basis des Energiegehaltes, des Zuckergehaltes und dem Anteil an Obst, Gemüse, Ballaststoffen und Ölen in Prozent.

Ist der Nutri-Score auf allen Lebensmitteln zu finden?

Der Nutri-Score ist eine freiwillige Kennzeichnung. Er ist auf immer mehr Lebensmitteln zu sehen, aber natürlich längst nicht auf allen (die Besonderheit mit speziellen Lebensmitteln für Babys und Kleinkinder haben wir oben bereits erklärt). Hinzu kommt, dass der Nutri-Score für verarbeitete Lebensmittel gedacht ist. Ein Apfel oder ein Brokkoli wird damit nicht gekennzeichnet, weil man davon ausgeht, dass das per se ein gesundes Lebensmittel ist. Bei Tiefkühl-Brokkoli könnte es aber durchaus sein, dass du einen Nutri-Sore auf der Verpackung entdeckst, denn durch die Haltbarmachung zählt er als verarbeitetes Produkt.

Manchmal sehe ich Lebensmittel und frage mich, wie die zu ihrer Kennzeichnung kommen. Also ein vermeintlich gesundes Produkt hat keine A-Kennzeichnung. Woran liegt das?

Wichtig ist, dass man sich zunächst klar macht, dass auch eine B-Bewertung immer noch im grünen Bereich liegt. Und dass es beim Nutri-Score gar nicht darum geht, ab sofort nur noch die dunkelgrünen Lebensmittel zu konsumieren. Sondern vielmehr um eine Einschätzung, wie wertvoll das Lebensmittel in seiner Zusammensetzung ist. Auch hilft er dir, deine Ernährung mit mehr günstigen Inhaltstoffen auszugleichen und aufzuwerten. Ein Schritt in eine ausgewogenere und gesündere Ernährung.

Manche Produkte sind vielleicht recht energiehaltig und werden daher als kalorienreich eingestuft – was mehr Punkte auf der roten Skala gibt. Gut möglich, dass dieses Produkt dann aber trotzdem eine ganze Menge vorteilhafter Ballaststoffe enthält. Oder wertvolles Eiweiß. Daher ist es empfehlenswert, neben dem Nutri-Score auch noch einen Blick auf die detaillierten Inhaltsstoffe und Nährwertangaben zu werfen. Diese Angaben müssen die Hersteller wiederum verpflichtend angeben.

Auch ob ein Lebensmittel Bio-Qualität hat oder nachhaltig produziert wurde, wird vom Nutri-Score nicht erfasst. Auch hier braucht es einen zusätzlichen Blick auf die Verpackung.

Zusammenfassung: Was bringt der Nutri-Score?

Der Nutri-Score erleichtert dir die Vergleichbarkeit der Lebensmittel im Hinblick auf günstige und ungünstige Inhaltsstoffe. Er zeigt dir auf einen Blick an, bei welchen Produkten du nochmal genauer hinsehen solltest. So ist er beispielsweise beim Thema „zugesetzter Zucker“ ein guter Hinweis darauf, dass möglicherweise recht viel davon enthalten ist. Was nicht heißt, dass du dir das alles für immer verkneifen musst. In Maßen ist alles in Ordnung, auch eine rote E. Aber du weißt eben, dass du hier etwas zurückhaltender sein solltest.

Der Nutri-Score, der übrigens in Frankreich entwickelt wurde, ist ein noch junges System, das sich stetig weiterentwickeln wird. Um ein Gefühl für eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu bekommen – gerade wenn es um das Thema Convenience-Produkte geht – ist der Nutri-Score auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, finden wir.

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