Ernährung

Gesunde Mischkost für den Familienalltag

Veröffentlicht am 8. Dezember 2021
Gesunde Mischkost für den Familienalltag

Wer ein Kleinkind hat, kennt das Dilemma: Jeden Tag aufs Neue tauchen die immer gleichen Fragen auf. Was gebe ich meinem Kind zu essen? Wie ernähre ich es richtig? Welche Nährstoffe und Vitamine sind wichtig für Kleinkinder? Und, vor allem: Wie schaffe ich es, dies dem Kind auch schmackhaft zu machen? Denn alle Ernährungstabellen und guten Pläne helfen nichts, wenn das Kind dann trotzend am Tisch sitzt und die liebevoll zubereitete Mahlzeit verweigert.

Im Säuglingsalter war es noch einfach: Muttermilch oder Säuglingsmilch versorgten Baby mit allem, was wichtig war. Wenn dann aber der Übergang zur Familienkost ansteht, sind viele Eltern erst einmal mit eine Reihe von Fragezeichen konfrontiert. Eine der wichtigsten Fragen lautet dabei oft: Was soll mein Kleinkind denn essen? Welche Ernährung ist die beste? Und wie schaffe ich es, alle Familienmitglieder essenstechnisch unter einen Hit zu bekommen und jedem gerecht zu werden?

Gute Ernährung: Kinderärzte und Ernährungswissenschaftler empfehlen optimierte Mischkost

Natürlich sind die Ernährungsgewohnheiten kulturell sehr unterschiedlich ausgeprägt und die Ernährung von Kindern in den ersten Lebensjahren an der Esskultur des jeweiligen Landes orientiert. In Deutschland empfehlen Kinderärzte in der Regel die so genannte optimierte Mischkost. Diese besteht aus einem ausgewogenen Mix an Kohlenhydraten, Proteinen, Obst und Gemüse; die auf fünf Mahlzeiten am Tag verteilt werden und bei der sich die Qualität der Nährstoffe (vor allem auch der Fettqualität) und der Anteil an Gemüse, Obst und Ballaststoffen am kindlichen Bedarf orientiert. Grundsätzlich gilt: Kinder in Deutschland nehmen eher zu viele Proteine zu sich, dafür aber zu wenig Obst und Gemüse. Da haben wir es wieder, das Dilemma: Die Scheibe Wurst schmeckt dann eben doch besser als die Gemüsesticks. Was tun?

Eine Pyramide als kleiner Helfer

Ernährungspyramide für die Ernährung

Die Pyramide zeigt in einfachen Symbolen die optimierte Mischkost, wie sie von Kinderärzten und Ernährungswissenschaftlern für die Ernährung von Kleinkindern empfohlen wird. Quelle: aid infodienst

Wer sich unsicher ist, was und vor allem wie viel täglich auf den Tisch kommen sollte, kann sich an speziellen Ernährungspyramiden zur (Kleinkind-) Ernährung orientieren. Sie verbildlichen die manchmal doch sehr abstrakten Empfehlungen. Beispielsweise die Pyramide des aid infodienstes: Die Tagesportionen sind als Kästchen symbolisiert und entsprechen jeweils einer Kinderhand, einem sehr individuellen, altersgerechtem und einfachem Mengenmaß. Des Weiteren geben die Farben an, was häufig (grün), mäßig (gelb) und selten (rot) gegessen wird. Gut zu sehen ist, dass über den Tag verteilt zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse auf dem Plan stehen sollten. Diese „Fünf-am-Tag-Regel“ lässt sich wunderbar in die drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten integrieren. Das heißt: Am besten zu jeder Mahlzeit Obst oder/und Gemüse anbieten. Auch schon zum Frühstück! Sieht auch schön bunt aus und weckt die Neugier. Wenn die Zeit tagsüber mal knapp ist: Lässt sich ein Obst- und Gemüseteller auch schon am Morgen anrichten und kann dann über den Tag verteilt angeboten werden. Zugedeckt und im Kühlschrank aufbewahrt übersteht er gut den Tag.

Die Eltern als Ernährungsvorbilder am Familientisch

Kinderärzte und Ernährungswissenschaftler weisen auf einen wichtigen Punkt hin: Kinder lernen das kennen, was man ihnen selbst vorlebt. Das bedeutet ganz einfach: Was die Eltern mit Genuss essen, mögen sie auch erst einmal. Es wird nichts bringen, dem Kind den Blumenkohl schmackhaft machen zu wollen, während man selbst daneben sitzt und ein Marmeladenbrot isst. Deswegen lautet die einfache Faustregel: Vorbild sein. Das Kind von Anfang an den Familientisch integrieren, es mitessen zu lassen, es probieren zu lassen. In der Regel wird sich kein Kind verweigern und alles erst einmal mit Freude ausprobieren. Und das ist dann bereits die halbe Miete.

Natürlich ist niemand gefeit vor den gefürchteten „Ich esse nur noch Nudeln mit ohne Soße“ Attacken. Aber wer von Beginn an den Grundstein legt und seinem Kleinkind gute Ernährung vorlebt und die Freude am abwechslungsweichen Essen vorlebt, hat schon einmal, einen wichtigen Schritt getan.

Für Nachkocher: Die besten Ideen fürs Familienessen findet ihr in unserer Rubrik Rezepte für Kleinkinder.

Weitergehende Informationen zur Kleinkind-Ernährung und zur optimierten Mischkost bietet die Website des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund.

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