Alltagskram Ernährung

Kochen für Kleinkinder: Und täglich grüßt die Nudel

Baby hält eine Nudel in der Hand

Jetzt ist es dann soweit: Das Kind isst langsam aber sicher am Familientisch mit. Wobei „essen“ vermutlich doch etwas zu hoch gegriffen ist. Denn eigentlich landet das meiste gerade eher unterm Tisch als im Mund des Kindes. Denn irgendjemand hat das so eingerichtet, dass der Start in die so genannte Familienkost (Kind isst das, was alle anderen auch essen) zeitlich mit jener Phase zusammenfällt, in der alles erst einmal losgelassen wird, damit es runterfällt und das Baby und bald Kleinkind die Sache mit der Schwerkraft lernen kann. Und „alles“ umfasst eben auch Nudeln, Kartoffeln, Kohlrabi oder Brokkoli. Also wirklich einfach ALLES.

Eine Familie, viele Esser

Abgesehen davon stellt sich dann natürlich wieder die Frage: Was kochen wir denn heute? Und da wird es dann schon wieder kompliziert. „Geben Sie dem Baby einfach von dem, was Sie auch essen. Aber bitte mit weniger Salz“, hatte der Kinderarzt bei der letzten U-Untersuchung gesagt. Das klingt erst mal praktisch. In der Realität koche ich dann aber doch wieder mehrere Varianten in verschiedenen Töpfen. Das Baby bekommt seine salzarme Kost, die große Tochter isst aktuell mal wieder nur Nudeln mit Butter (Soße ist igitt, egal in welcher Farbe), der mittlere Sohn mag eigentlich alles (hurra!), der Mann will fünf Kilo abnehmen und ordert daher das genaue Gegenteil von Nudeln mit Butter. Und ich? Hätte gerne einfach mal wieder 5 Minuten, in denen ich in Ruhe essen kann.

Von jetzt an das ganze Leben

Aber trotz aller Mühen, die sich da zwischendurch ergeben ist diese Zeit eine unglaublich spannende (und auch wichtige!). Denn jetzt werden die Grundsteine gelegt, die womöglich ein Leben lang das Essverhalten bestimmen. Genau deswegen ist diese Phase der gemeinsamen Mahlzeiten auch so wichtig. Weil sie eben so prägend ist. Für den Geschmack ebenso wie für die soziale Komponente beim Essen. Mir macht es großen Spaß, mit meinem Baby die verschiedenen Lebensmittel und Geschmäcker auszuprobieren. Wie kommt Avocado an, wie Melone? Und was passiert, wenn ich den Brei gar nicht mehr so richtig püriere? Und wenn ihm ihm ein Stück Butterbrot in die Hand drücke?

Such dir Inspiration!

Und so sammle ich stoisch Nudeln auf, die keine 2 Sekunden später schon wieder unten landen. Lasse mich von schönen Kochbüchern zur Kleinkind-Küche und online auf Blogs, Pinterest oder Instagram inspirieren, welches Fingerfood ich mal testen könnte. Und hoffe insgeheim, dass ich ihm dadurch all die Geschmacksvielfalt näher bringen kann, die gutes Essen und gute Lebensmittel zu bieten haben. Und wenn er dann mal wochenlang Nudeln mit Butter haben möchte? So what. Ich weiß genau: Irgendwann wird er auch wieder in eine Avocado beißen.

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Schöne Kochbücher für Kleinkinder und Familienkost findest du in unserem Medienbereich. Über Fingerfood und Baby-led Weaning haben wir hier bereits auch schon ausführlich berichtet. Und wenn dein Kind gerade auch nur ausgewählte Lebensmittel mag, dann lies doch mal unseren Text zum Thema wählerische Esser.

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