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Wasser, Tee, Saft: Was soll mein Kind trinken?

Aktualisiert am 18. März 2026
Wasser für Kleinkinder

Wie viel soll mein Kleinkind am Tag trinken? Und woraus am besten? Und vor allem was? Wasser, Tee, Milch? Die Frage nach den richtigen Getränken für Babys und Kleinkinder ist für viele Eltern eine alltägliche. Sie kommt dir vielleicht auch bekannt vor? In diesem Guide findest du Tipps zu den richtigen Getränken und wie das Trinkenlernen mit dem Glas oder dem Becher am besten klappt.

Zusätzlich trinken beim Baby: Ab der Beikost ein Thema

Mit Beginn der Beikost wird zusätzliches Trinken wichtig. So lange du ausschließlich stillst, nimmt dein Baby über die Muttermilch genug Flüssigkeit auf und auch zu Beginn der Beikostzeit ist es damit noch gut mit Flüssigkeit versorgt. Spätestens mit dem Start der dritten Brei-Mahlzeit solltest du dann aber beginnen, etwas zusätzliche Flüssigkeit anzubieten und die Menge dann schrittweise zu steigern.

Ab dem Kleinkind-Alter bzw. dann, wenn dein Kind Familienkost bekommt, trinkt es zu den Mahlzeiten ganz regulär. Und zwar am besten aus einem Gefäß wie einem Glas oder einer Tasse. Warum das wichtig ist und wie du das am besten einführst, erfährst du weiter unten.

Was und wie viel soll mein Kind trinken?

Das wichtigste Getränk für Kinder ist ganz einfach: Wasser. Das gilt für Babys ebenso wie für Kleinkinder. Beim Baby fängst du mit einigen kleinen Schlucken an und steigerst die Menge auf 200 ml am Tag. Ein Kleinkind sollte „am besten sechs Portionen beziehungsweise Gläser am Tag“ trinken, sagt unser Ernährungsexperte für Kinderernährung, Nicolas Ting.

Das Wasser kann gerne aus der Leitung kommen. Für Babys kochst du es ab oder verwendet alternativ stilles Mineralwasser (achte auf den Zusatz „natriumarm“) oder spezielles Babywasser, das im Handel angeboten wird.

Für Kleinkinder gilt: Ein zusätzlicher Wasserfilter ist nicht notwendig. „Es reicht aus, das Wasser erst ein wenig aus dem Hahn fließen zu lassen – so lange, bis es wirklich kalt und frisch aus der Leitung kommt“, fasst Ernährungswissenschaftler Nicolas zusammen. Wer unsicher ist, kann beim zuständigen Wasserwerk die Wasserqualität erfragen.

„Wasser ist das wichtigste Getränk für Kleinkinder“

Neben Wasser können auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees öfter auf den Tisch kommen. Weniger gut sind Säfte, denn sie enthalten viel Zucker und sollten wenn, dann nur verdünnt gegeben werden (drei Teile Wasser zu einem Teil Saft).

Was ist also mit einer Saftschorle? „Ab und zu ist die natürlich in Ordnung. Man nimmt am besten einen naturtrüben Saft, in dem auch noch bioaktive Stoffe enthalten sind“, sagt Nicolas. Beim nächsten Mal dann wieder Wasser anbieten, damit sich die Kids nicht zu sehr an den süßen Schorlengeschmack gewöhnen und dann nichts anderes mehr mögen.

Zucker in Getränken: Das solltest du wissen

Wichtigste Regel für Kleinkinder: Nach Möglichkeit keine gezuckerten Getränke. Studien zeigen ganz eindeutig, dass sie einer der Hauptgründe für einen übermäßigen Zuckerkonsum bei Kindern (und auch Erwachsenen) sind. Denn eine Limo ist schnell getrunken – und den Zuckergehalt hat man dabei gar nicht bemerkt.

TIPP Wenn du mehr zum Thema wissen willst – lies unseren Artikel zum Thema Zuckerbomben und ihre Alternativen.

Mögliche Folgen: Übergewicht und Karies. Gerade letzteres ist ein ganz wichtiges Thema bei Kleinkindern, die eventuell noch aus der Flasche trinken – dadurch, dass die Zähne durch Dauernuckeln ständig von süßer Flüssigkeit umspült werden, ist für Karies ein optimaler Nährboden bereitet. Daher sollte auch die nächtliche Milchflasche übrigens irgendwann nicht mehr standardmäßig gegeben werden, wenn es nicht mehr um Hunger, sondern um das wohlige Gefühl geht, das Nuckeln einem Kleinkind vermitteln kann.

Doch zwischen „nur Wasser“ und „nur Limo“ liegen sehr viele Möglichkeiten. Wie also packt man es an? „Die Mischung macht’s“, meint Nicolas Ting. Bedeutet: Abwechslung reinbringen, nicht nur beim Essen, sondern auch bei den Getränken.

Kleine Tricks erleichtern das Trinken

Wasser ist langweilig? Nicht, wenn man ein paar Tricks anwendet.

Ein guter Trinkanreiz: Eine Wasserkaraffe auf den Tisch stellen und mit Scheiben oder Stücken unbehandeltem Obst mischen. Das sieht toll aus und dieses „Zauberwasser“ weckt Neugier. Auch hier gilt: Was die Eltern trinken ist grundsätzlich erst einmal interessant. Deswegen sollten Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und ebenfalls Wasser bevorzugen. Wer daneben sitzt und Limo trinkt, sendet die falschen Signale.

Und wie kommt mein Kind nun auf eine Trinkmenge von sechs Portionen am Tag? Nicolas Tings Tipp: „Während des Spielens öfter mal Trinkpausen einführen, so wie es die Kinder möglicherweise bereits aus der Kita kennen. Und  zu jeder Mahlzeit Wasser anbieten.“

Trinken für Kleinkinder: Aus Becher oder Tasse

Grundsätzlich sollten Kleinkinder aus dem Becher oder der Tasse trinken und nicht aus der Trinkflasche. Das schult die Mund- und Zungenmuskulatur und beugt ständigem Nuckeln vor – eine der Hauptursachen für Karies im Kleinkindalter. Und wenn mal was daneben geht – auch egal. Denn je früher das Kind lernt, alleine zu trinken, desto besser.

Das gilt im Übrigen auch für Milch oder Kindermilch, auch diese sollten aus dem Becher oder dem Glas getrunken werden. Für den sanften Übergang  gibt es beispielsweise Becher mit Deckel, mit denen das Klecker-Risiko minimiert wird und die ab einem Alter von 12 Monaten empfohlen werden.

Was ist mit Milch für Kleinkinder?

Wichtig zu wissen: Milch ist kein klassisches Getränk, das zum Durstlöschen verwendet werden sollte – abgesehen von der Muttermilch, die für Neugeborene die einzige Flüssigkeit darstellt, die sie benötigen. Ab dem Kleinkindalter ist Milch dann aber ein Teil einer Mahlzeit – und du solltest darauf achten, eine gewisse Menge an Milch und Milchprodukten nicht zu überschreiten.

Alle wichtigen Informationen dazu und warum Kuhmilch für Kleinkinder immer noch die Milch der Wahl ist, kannst du in unserem Artikel zu „Milch ab 1 Jahr“ nachlesen. Und falls du dich schon immer gefragt hast, was Kindermilch eigentlich ist – erfährst du mehr in unserem Kindermilch-Guide.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann dürfen Babys Tee trinken?

Tee kannst du deinem Baby ab der Beikost-Phase geben, wenn es neben der Muttermilch auch noch weitere Flüssigkeit bekommt. Achte darauf, dass der Tee ungesüßt ist. Geeignet für den Start sind milde Kräuter- oder Früchtetees.

Warum kein Tee für Babys?

Für Neugeborene ist Tee tatsächlich nicht zu empfehlen. Denn sie decken ihren Flüssigkeitsbedarf durch die Muttermilch bzw. Säuglingsnahrung. Sobald ihr mit der Beikost startet, kannst du deinem Baby aber zusätzliche Flüssigkeit geben. Das kann auch in Form von Tee sein.

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