Was ist HA-Nahrung?
Gibt es einen Unterschied zwischen Pre- und Pre-HA-Nahrung?
HA-Nahrung: Bei welchen Allergien sollte ich aufmerksam werden?
Woher weiß ich, ob ich HA-Nahrung füttern soll?
Stehst du auch manchmal ratlos vor dem Regal mit der Säuglingsmilch und fragst dich, welche die richtige ist? Zwischen all den Kürzeln, Siegeln und Versprechen fällt die Entscheidung schwer – besonders beim ersten Kind. Eine dieser Bezeichnungen ist „HA-Nahrung“ – doch was genau steckt eigentlich dahinter?
HA-Milch steht für hydrolysierte Anfangsnahrung, also eine spezielle Säuglingsmilch, deren Eiweiße durch ein besonderes Verfahren aufgespalten („hydrolysiert“) werden. Das soll das Risiko senken, dass dein Baby eine Allergie entwickelt – vor allem, wenn in der Familie bereits Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma vorkommen.
Aber: Nicht jedes Baby braucht HA-Nahrung. In diesem Artikel erfährst du,
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was HA-Nahrung genau ist,
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wann sie empfohlen wird – und wann nicht,
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worauf du beim Kauf achten solltest,
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und wohin du dich wenden kannst, wenn du Fragen hast.
So findest du leichter heraus, ob hydrolysierte Säuglingsmilch wirklich zu euch passt – oder ob eine andere Milchnahrung die bessere Wahl ist.
Was ist HA-Nahrung?
HA-Nahrung für Babys wird einem speziellen Verfahren unterzogen, welches das Milcheiweiß spaltet, diesen Prozess nennt man Hydrolyse. Sie wird für Babys mit immunologischer Vorbelastung hergestellt, die diese Spezialmilch aus gesundheitlichen Gründen brauchen.
Haben Eltern den Verdacht, dass ihr Baby durch eine Vorbelastung in der Familie ein erhöhtes Allergierisiko haben könnte und daher die reguläre Pre-Milch lieber ersetzen wollen, ist es sinnvoll, in der Kinderarztpraxis vorstellig zu werden: Braucht mein Baby vielleicht HA-Nahrung? Bei welchen Allergien ist sie eine geeignete Alternative?
Wichtig: HA-Nahrung ist nicht geeignet, wenn eine Kuhmilchallergie beim Baby vorliegt.
Dafür gibt es wiederum andere Spezialnahrungen (auch hier gilt: als erstes zum Kinderarzt/zur Kinderärztin). Denn auch die HA-Variante von Säuglingsmilch basiert auf Kuhmilch. Durch den Hydrolyse-Prozess wird erreicht, dass die enthaltenen Eiweißmoleküle in sehr kleine Bestandteile aufgespalten werden, was Babys zugute kommen kann, die familiär ein erhöhtes Risiko an Allergien wie zum Beispiel Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergisches Asthma haben. Das Milcheiweiß bleibt aber dennoch erhalten.
Gibt es einen Unterschied zwischen Pre- und Pre-HA-Nahrung?
Pre-HA-Nahrung gibt es in dem Sinne nicht, denn es gibt nur eine Art von HA-Nahrung. Diese kannst du von Beginn an füttern. Sie ist auch nur für die ersten Lebensmonate sinnvoll, in denen ausschließlich Milch gefüttert wird. Danach startet die Beikost und damit kommt dein Baby mit neuen Lebensmitteln in Kontakt.
Reguläre Pre-Milch ist die Säuglingsmilch, mit der du startest, wenn das Stillen nicht möglich ist (was immer die beste Variante wäre, gerade auch hinsichtlich des Schutzes vor Allergien – denn Muttermilch ist allergenarm und enthält wertvolle Schutzstoffe). Danach gibt es verschiedene weitere Varianten und Abstufungen der Milchnahrungen.
Falls du meinst, dass HA-Nahrung das Richtige für dein Baby sein könnte, starte bitte keine Experimente auf eigene Faust, sondern wende dich zunächst an die Kinderarztpraxis deines Vertrauens.
HA-Nahrung: Bei welchen Allergien sollte ich aufmerksam werden?
Wie oben erwähnt, ist eine HA-Nahrung nicht für Babys geeignet, die an einer Kuhmilchallergie leiden – manche Eltern denken das aber. Da die Basis der HA-Nahrung ebenfalls Kuhmilch ist, bleiben die allergieauslösenden Eiweiße auch nach der Hydrolyse erhalten. Somit kann auch HA-Nahrung Symptome einer Kuhmilchallergie auslösen.
Beschwerden, bei denen HA-Nahrung eine Option sein kann, betreffen oft die Haut oder die Atemwege. Allerdings ist es leider nicht einfach, die Symptome korrekt einzuordnen, da sie unspezifisch sein können – und manchmal auch ganz harmlose Erkrankungen wie eine Erkältung dahinter stecken können. Auch Hautreaktionen sind bei Babys nicht selten – und nicht immer steckt eine Allergie dahinter.
Wir haben für dich einige Symptome von Allergien zusammengefasst, mit denen Eltern von Babys konfrontiert sein können.
WICHTIG ZU WISSEN Da wir hier keine medizinische Beratung bieten, ist es wichtig, dass du dich für alle Details und Diagnosen unbedingt an deine Kinderarztpraxis wendest. Dort könnt ihr dann auch besprechen, ob eine HA-Nahrung in eurem Fall sinnvoll sein kann.
Kuhmilchallergie beim Baby: Symptome
Bei Babys mit einer Kuhmilchallergie gibt es Symptome, die das Verdauungssystem, die Haut oder die Atemwege betreffen können. Das Schwierige daran: Sie treten entweder direkt nach dem Verzehr von Kuhmilchprodukten auf, oder erst nach einigen Stunden bis Tagen – und in der Regel auch nicht alle auf einmal. Es kann sein, dass das eine Baby eher Verdauungsprobleme bekommt, während sich die Allergie bei einem anderen als Ekzem zeigt. Da viele dieser Symptome außerdem noch andere Ursachen haben können, solltest du eine mögliche Kuhmilchallergie unbedingt ärztlich abklären lassen.
Übrigens ist eine Kuhmilchallergie etwas anderes als eine Laktoseintoleranz. Bei der Allergie wird das enthaltene Eiweiß nicht vertragen, bei der Intoleranz fehlt dem Körper die Laktase, ein Enzym, das den Milchzucker aufspaltet.
Sojaallergie beim Baby: Symptome
Auch wenn du eine pflanzenbasierte Milch verwendest, kann es zu Allergien kommen. Eine Sojaallergie kann beispielsweise auftreten, wenn dein Baby mit einer soja-basierten Formelnahrung gefüttert wird. Die Symptome treten meist innerhalb weniger Minuten bis Stunden nach dem Verzehr auf. Sie reichen von Erbrechen und Durchfall bis hin zu Hautreaktionen wie Ekzemen oder Schwellungen.
Auch Atemwegsbeschwerden wie Husten oder eine verstopfte Nase oder allgemeine Gedeih- und Wachstumsprobleme können ein Hinweis sein. Lies mehr zum Thema Sojamilch und warum du sie erst ab 1 Jahr verwenden solltest.
Allergien im Bereich Haut und Atemwege
Allergien äußern sich neben dem Magen-Darm-Trakt auch häufig über die Haut, die Atemwege oder die Augen. Achte beispielsweise auf schuppige Haustellen, Rötungen, Ausschlag, Juckreiz und Ekzeme.
Erkältungssymptome wie eine laufende Nase, Heiserkeit oder (anhaltender) Husten können auf eine Allergie der Atemwege hinweisen. Aber Vorsicht: Viele Babys und Kleinkinder zeigen sehr oft diese Symptome, auch wenn gar keine Allergie vorliegt. Also bitte immer abklären lassen und nicht in Panik verfallen.
Allergieauslöser können vielfältige Dinge sein: Neben Lebensmitteln sind beispielsweise Hausstaubmilben oder Pollen verantwortlich für Atemwegsallergien. Insektengifte wie bei Bienenstichen, Schimmelpilze oder auch Kosmetika oder Waschmittel können ebenfalls verantwortlich dafür sein, dass dein Baby eine allergische Reaktion zeigt.
BITTE BEACHTEN Nicht bei allen Allergien hilft eine HA-Nahrung als vorbeugender Schutz – das sollte betont werden. Ebenso wenig ist sie ein Garant dafür, dass dein Baby auf keinen Fall an einer Allergie erkranken wird.
Woher weiß ich, ob ich HA-Nahrung füttern soll?
Solltest du überlegen, ob HA-Nahrung für dein Baby das Richtige sein könnte, sprich mit deinem Kinderarzt/deiner Kinderärztin oder deiner Hebamme darüber. Sie können einschätzen, ob HA-Nahrung sinnvoll für dein Baby ist.
Gib auf jeden Fall Bescheid, wenn in deiner Familie Immunreaktionen wie Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis oder Nahrungsmittelallergien bekannt sind oder wenn dein Baby nach dem Essen einige der oben genannten Symptome aufweist.
Grundsätzlich gilt: Stillen ist das Beste für dein Baby. Und zwar so lange sich Mama und Kind damit wohlfühlen. Wenn das aber für euch nicht möglich ist, habt ihr mit einer Säuglingsmilch – egal ob HA oder regulär – eine absolut sichere Alternative.
Wo bekomme ich mehr Informationen?
Seit Anfang 2022 greift auch für HA-Nahrungen eine EU-Verordnung für Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung. Diese schränkt die Kennzeichnung auf den Verpackungen deutlich ein. (Mehr Infos zu allen Neuerungen findet ihr in diesem Text) Gerade bei spezifischen Produkten wie der HA-Nahrung wird es damit manchmal schwer zu erkennen, welches Produkt für dein Baby geeignet ist. Daher empfehlen wir: Frag nach (bei Arzt und/oder Hebamme) und lass dich beraten, damit du die beste Variante für dich und dein Baby findest.
Weiterlesen
Mehr Infos findet ihr in unserem Überblick zur Säuglingsanfangs- und Folgenahrung, wo wir die verschiedenen Bezeichnungen für euch zusammengestellt haben und erklären, welche Babymilch für was gedacht ist – von Pre bis Kindermilch.
Tipp: Bei allen Fragen rund um das Thema könnt ihr uns auch gerne eine Nachricht schicken – per Mail an info@kleinkind-ernaehrung.de oder über unsere sozialen Kanäle. Unser Instagram-Profil findet ihr unter https://www.instagram.com/aktion_kleinkind/


