Ernährung

Baby und Wasser trinken: Ab wann, wie viel und welches Wasser ist sicher?

Veröffentlicht am 19. Mai 2026
Baby trinkt Wasser aus einem Glas, das ihm seine Mutter hinhält.

Inhalt:
1. Ab wann darf mein Baby Wasser trinken?
2. Warum Neugeborene kein zusätzliches Wasser brauchen
3. Wie viel Wasser sollte mein Baby trinken?
4. Welches Wasser ist für Babys geeignet?
5. Welche Getränke sind für Babys tabu?
6. So gewöhnst du dein Baby ans Wassertrinken
7. Ist Wasser trinken für Babys gefährlich?

Hitze, der erste Brei, widersprüchliche Tipps aus der Familie: Rund ums Thema Trinken tauchen bei Eltern viele Fragen auf. Wann darf mein Baby überhaupt Wasser bekommen? Muss ich bei Sommerhitze extra Wasser anbieten? Und welches Wasser ist sicher?

In diesem Ratgeber erfährst du, ab wann dein Baby Wasser trinken darf, welche Mengen sinnvoll sind, welches Wasser für Babys geeignet ist und welche Fehler du vermeiden solltest.

Ab wann darf mein Baby Wasser trinken?

Die klare Antwort: Eine zusätzliche Flüssikeitszufuhr in Form von Wasser ist erst mit dem 3. Brei notwendig [1]. In den ersten Lebensmonaten braucht dein Baby kein zusätzliches Wasser. Egal, ob du stillst oder Säuglingsmilchnahrunggibst, ist der Flüssigkeitsbedarf vollständig gedeckt. Erst mit dem Beikoststart ändert sich das schrittweise.

Ab wann dürfen Babys Wasser trinken? Als Orientierung gilt: Spätestens wenn die dritte Breimahlzeit eingeführt ist, also meist zwischen dem 7. und 9. Monat, solltest du regelmäßig Wasser zu den Mahlzeiten anbieten. Durch den steigenden Anteil fester Lebensmittel und der immer kleiner werdenden Milchmenge, ist eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr ab dem 3. Brei notwendig. Fachgesellschaften empfehlen die Gabe von ca. 200ml pro Tag. Kleinere Schlucke zu den ersten Breien sind früher möglich, aber kein Muss.

Stillbaby, Flaschenbaby oder Mischkind: gibt es Unterschiede?

Das Grundprinzip ist bei allen Kindern gleich: Solange Muttermilch oder Pre- bzw. Folge-Nahrung den Hauptteil der Ernährung ausmacht, ist kein separates Wasser nötig. Wenn dein Baby gestillt ist und an heißen Tagen mehr trinken möchte, ist häufigeres Anlegen die empfohlene Strategie – nicht das Anbieten von Wasser. Gleiches gilt für Flaschenbabys: öfter die Flasche anbieten statt Wasser dazugeben.

Beikoststart: Ab wann ist Wasser aus dem Becher sinnvoll?

Mit Beikost-Start kannst du deinem Baby einen kleinen Schluck Wasser aus einem Trinklernbecher anbieten. Nicht als Pflicht, sondern zum Üben. Das fördert die Trinkkompetenz und hilft dabei, den Becher als normales Trinkgefäß kennenzulernen. Eine Dauernuckelflasche mit Wasser ist dabei weniger empfehlenswert, da sie das Kariesrisiko erhöhen kann. Mit etwa einem Jahr trinken viele Kinder bereits gut aus einer kleinen Tasse.
Damit das Kind gut isst, empfiehlt es sich das Wasser erst hinterher anzubieten. So wird vermieden, dass das kleine Bäuchlein schon durch das Wasser gefüllt ist und das Kind keinen Hunger mehr hat.

Warum Neugeborene kein zusätzliches Wasser brauchen

Für Neugeborene und junge Säuglinge ist Muttermilch oder geeignete Säuglingsnahrung die einzige notwendige Flüssigkeit, und das aus gutem Grund.

Muttermilch und Pre-Nahrung decken den Flüssigkeitsbedarf

Muttermilch besteht zu einem sehr großen Teil aus Wasser und passt sich dem Bedarf deines Babys an: Bei Hitze enthält die Milch zu Beginn der Mahlzeit mehr Wasser (die sogenannte Vordermilch), um den Durst zu stillen. Auch Babymilch wie Pre-Nahrung ist speziell auf den Flüssigkeits- und Nährstoffbedarf von Säuglingen abgestimmt. Zusätzliches Wasser wäre in dieser Phase nicht nur überflüssig, sondern kann den Magen des Babys füllen und damit dazu führen, dass es weniger Milch trinkt und daher wichtige Nährstoffe nicht zu sich nimmt.

Wann Ausnahmen gelten: Fieber, Durchfall, Hitze

Auch bei Fieber, Durchfall oder großer Hitze gilt für Säuglinge unter 6 Monaten: öfter anlegen oder die Flasche häufiger anbieten und kein pures Wasser geben. Das schützt den empfindlichen Mineralhaushalt. Ab dem Beikostalter solltebei erhöhtem Bedarf zusätzliches Wasser angeboten werden [2]. Bei Fieber, Durchfall oder starkem Erbrechen solltest du dich an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt wenden.

Wie viel Wasser sollte mein Baby trinken?

Eine pauschale Menge gibt es nicht, denn sie hängt vom Alter, der Ernährungsform und der Witterung ab. „Ab wann darf ein Baby Wasser trinken“ ist also nur die halbe Frage, denn wenn es um die Menge geht, denn auch für die Menge ist ein bestimmtes Alter deines Babys entscheidend. Die folgende Übersicht zeigt dir Orientierungswert: Wie viel Wasser soll dein Baby trinken? Die Tabelle zeigt es dir:

Orientierungswerte nach Alter und Kostform

Alter / Entwicklungsstufe Kostform Empfohlene Wassermenge/Tag
0–4 Monate Ausschließlich Muttermilch oder Pre-Nahrung Kein zusätzliches Wasser nötig
4–6 Monate Stillen/Flasche, ggf. erster Brei Kein Wasser, bei Bedarf öfter anlegen
7–9 Monate Beikost + 2–3 Breimahlzeiten ca. 200 ml/Tag (zu Mahlzeiten)
10–12 Monate Übergang zur Familienkost ca. 300–400 ml/Tag
Ab 12 Monate Überwiegend Familienkost ca. 600–700 ml/Tag

Woran du erkennst, dass dein Baby genug trinkt

Statt auf die Uhr zu schauen, achte lieber auf folgende Zeichen, die dir verlässlicher verraten, ob dein Baby ausreichend versorgt ist:

  • Mindestens 5 nasse Windeln in 24 Stunden
  • Die Haut sieht gesund aus, ist prall und elastisch
  • Gute Gewichtszunahme
  • Dein Baby ist wach, aktiv und aufmerksam

Welches Wasser ist für Babys geeignet?

Diese Frage stellt sich spätestens beim Beikoststart. Und tatsächlich ist es so, dass sich nicht jedes Wasser gleichermaßen eignet.

Leitungswasser für Babys

In Deutschland hat Leitungswasser eine sehr gute Qualität und ist in den meisten Fällen geeignet. Ein paar Dinge solltest du dennoch beachten:

  • Wasser kurz laufen lassen, bevor du es abfüllst – besonders morgens oder nach längerer Standzeit.
  • Immer kaltes Wasser vom Hahn verwenden (nicht aus der Warmwasserleitung).
  • Abkochen ist bei älteren Babys ab der Krabbelphase nicht notwendig – bei Neugeborenen solltest du die Milchnahrung aber mit abgekochtem Wasser zubereiten (lies mehr darüber wie du Babynahrung sicher zubereitest)
  • Bei älteren Gebäuden: Bleirohre oder veraltete Leitungen ausschließen.
  • Ein Wasserfilter ist nicht notwendig, sondern kann eher im Gegenteil eher zu Verunreinigungen führen.
  • Hausbrunnen nur nutzen, wenn die Eignung nachgewiesen ist (kann man privat testen lassen). Im Zweifel beim örtlichen Gesundheitsamt nachfragen.

Mineralwasser und abgefülltes Wasser

Wenn du abgefülltes Wasser verwendest, achte auf folgende Kriterien:

  • Stilles Wasser (keine Kohlensäure)
  • Natriumgehalt unter 200 mg/l
  • Fluoridgehalt unter 1 mg/l
  • Die Aufschrift „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ ist ein verlässlicher Hinweis.

Wasser im Ausland und Abkochen

Im Urlaub oder in Ländern mit unsicherem Leitungswasser gilt: Wasser 1 Minute sprudelnd aufkochen und anschließend auf Trinktemperatur abkühlen lassen. Alternativ kannst du auf abgefülltes Wasser zurückgreifen, das die oben genannten Kriterien erfüllt.

Welche Getränke sind für Babys tabu?

Nicht alles, was Erwachsene trinken, ist für Babys geeignet. Diese Getränke sollten im ersten Lebensjahr (und teils darüber hinaus) vermieden oder stark eingeschränkt werden:

Zuckerhaltige Getränke und Instanttees

Gesüßte Tees, Instanttees mit Zucker und alle zuckerhaltigen Getränke liefern nicht nur ungesunde Kalorien sondern erhöhen beim Dauernuckeln das Kariesrisiko für Babys erheblich. Das gilt auch, bevor das erste Zähnchen da ist, da der Zucker die Mundhöhle bereits beeinflusst. Ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee ist in kleinen Mengen möglich, aber kein täglicher Ersatz für Wasser. Mehr dazu erfährst du im Artikel „Welcher Tee für Kleinkinder“.

Säfte, Smoothies und Quetschies

Fruchtsäfte, Smoothies und Quetschbeutel enthalten Fruchtzucker und Säuren. Auch 100-Prozent-Saft ohne Zuckerzusatz ist kein geeignetes Standardgetränk, da er Karies fördert und dem Körper schnell Zucker zuführt, ohne die Ballaststoffe der ganzen Frucht zu liefern [3]. Säuglinge benötigen noch keinen Saft. Für Kleinkinder ist Saft in Form einer Schorle im Verhältnis 1:3 als gelegentliche Abwechslung weniger problematisch, aber Wasser bleibt auch dann die bessere Wahl.

Heiltees und Kräutertees im Alltag

Heiltees (z. B. bei Blähungen) gehören in die Apotheke und sollten nicht dauerhaft eingesetzt werden. Auch manche Kräutertees wie Pfefferminz sind bei Säuglingen und Kleinkindern nicht für den Dauergebrauch geeignet, da die enthaltenen Wirkstoffe in hoher Konzentration Wirkungen haben können. Im Zweifelsfall gilt: Mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprechen.

So gewöhnst du dein Baby ans Wassertrinken

Viele Babys brauchen etwas Zeit, bis sie Wasser als Getränk akzeptieren, das ist völlig normal. Wichtig ist ein entspannter Umgang: Biete Wasser regelmäßig zu den Mahlzeiten an, ohne Druck. Trinklernbecher, offene Tassen oder ein kleines Glas funktionieren oft besser als die Flasche. Wie du dein Baby systematisch ans Trinken aus Becher und Tasse gewöhnst, liest du in unserem Ratgeber Trinken lernen: So klappt es mit Becher, Glas und Tasse.

Ist Wasser trinken für Babys gefährlich?

Wasser ist gesund und sollte ab einem bestimmten Alter ausreichend getrunken werden, um eine Dehydrierung zu vermeiden. Aber auch zu viel kann problematisch sein: Wenn Babys zu große Mengen Wasser bekommen oder die Milchnahrung zu stark verdünnt wird, kann der Mineralhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Im schlimmsten Fall droht eine Wasserintoxikation (Wasservergiftung) eine ernste, aber vermeidbare Gefahr. Die folgenden Punkte zeigen dir, wann für ein Baby Wasser trinken gefährlich werden kann – zu wenig aber auch zu viel.

Warnsignale: Dehydrierung und Wasservergiftung erkennen

Anzeichen von Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung):

  • Trockener Mund und trockene Lippen
  • Weniger als 5 nasse Windeln in 24 Stunden
  • Ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Nervosität
  • Eingesunkene Fontanelle
  • Ggf. erhöhte Temperatur

Symptome einer Wasservergiftung (Überhydrierung):

  • Aufgedunsenes Erscheinungsbild
  • Apathie, schlechte Reaktionsfähigkeit
  • Zittern oder Zucken, Krampfanfälle
  • Schlechte Koordination, Untertemperatur
Wann du sofort zum Arzt solltest: Zeigt dein Baby eines oder mehrere der genannten Symptome für Dehydrierung oder auch Überhydrierung, dann zögere nicht und wende dich sofort an deine Kinderärztin/Kinderarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117).
Wichtig: Online-Ratgeber können einen Arztbesuch nicht ersetzen!

 

Quellen:
[1] Netzwerk Gesund ins Leben: Ab wann brauchen Säuglinge zusätzlich Flüssigkeit?, 01.02.2018
[2] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Trinken im 1. Lebensjahr
[3] Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Getränke im ersten Lebensjahr, 30.11.2025

Häufig gestellte Fragen

Braucht mein Baby an heißen Tagen zusätzlich Wasser?

Wenn dein Baby ausschließlich gestillt wird oder Pre-Nahrung bekommt, ist kein zusätzliches Wasser nötig. Stille es stattdessen häufiger oder biete öfter die Flasche an. Ab dem Beikostalter solltest du bei Hitze mehr Wasser anbieten.

Darf mein Baby kohlensäurehaltiges Mineralwasser trinken?

Nein. Kohlensäure kann den empfindlichen Magen-Darm-Trakt von Babys belasten. Verwende immer stilles Wasser.

Ab wann darf mein Baby aus der normalen Tasse trinken?

Das Üben aus einem offenen Becher oder einer Tasse kann schon ab dem Beikoststart (ca. 6 Monate) beginnen – mit kleinen Mengen und viel Geduld. Mit etwa einem Jahr trinken viele Kinder bereits gut aus einer kleinen Tasse.

Ist Leitungswasser für Babys gefährlich?

In Deutschland ist Leitungswasser sicher und gut kontrolliert. Beachte aber ein paar Grundregeln: Wasser kurz laufen lassen, kaltes Wasser nehmen und Bleileitungen ausschließen. Im Zweifel liefert das örtliche Gesundheitsamt Auskunft über die Wasserqualität.

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